Polizeiliche Vorladung als Beschuldigter – Was muss ich tun?
Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht aus Bamberg steht Ihnen bundesweit zur Seite

 

Durch eine schriftliche Vorladung der Polizei erhalten Beschuldigte in der Regel das erste Mal Kenntnis davon, dass gegen sie ein Ermittlungsverfahren geführt wird. Haben Sie eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter einer Straftat erhalten? Ist dies der Fall, dann sollten unbedingt die nachfolgenden Tipps beachten, denn bereits in diesem frühen Stadium des Ermittlungsverfahrens beeinflusst Ihre Verhaltensweise die weiteren Verteidigungsmöglichkeiten erheblich. Rechtsanwalt Pflefka steht Ihnen als Rechtsanwalt für Strafrecht aus Bamberg bundesweit zur Seite! 

Unabhängig davon, ob Sie unschuldig oder schuldig sind, sollten Sie Ihre Rechte als Beschuldigter im Strafverfahren kennen.

  •     Warum erhalte ich eine Vorladung von der Polizei?
  •     Soll ich zur Vernehmung erscheinen und aussagen?
  •     Muss ich aussagen?
  •     Muss ich auf das Schreiben reagieren?

Dies sind die häufigsten Fragen, die uns Mandanten stellen, nachdem Sie eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter erhalten haben.

Unabhängig davon, ob Sie schuldig oder unschuldig sind, einer polizeilichen Vorladung als Beschuldigter müssen und sollten Sie niemals Folge leisten.

Warum erhalte ich eine Vorladung von der Polizei?

Die Polizei ist durch eine Strafanzeige oder durch andere hinreichende Hinweise auf das Vorliegen einer Straftat gezwungen, Ermittlungen aufzunehmen. Im Rahmen dieser Ermittlungen gewährt die Polizei dem Beschuldigten die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Wenn Sie also eine Vorladung durch die Polizei als Beschuldigter erhalten haben, hat irgendjemand eine Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwalt gegen Sie erstattet. Alternativ kann es auch sein, dass die Polizei anderweitig Hinweise über das Vorliegen einer möglichen Straftat erhalten hat.

Es liegt in jedem Fall ein Anfangsverdacht gegen Sie vor.

Muss ich zur Vernehmung als Beschuldigter erscheinen?

Ob Sie zu der Vernehmung erscheinen müssen, hängt davon ab, welche Behörde Sie sprechen möchte. Unterschieden wird hier zwischen einer bloßen polizeilichen Vorladung und einer solchen, der ein Auftrag der Staatsanwaltschaft oder eines Richters zugrunde liegt.

Vorladung als Beschuldigter durch die Polizei

Bei einer Vorladung durch die Polizei müssen Sie als Beschuldigter nicht erscheinen, auch wenn das behördliche Schreiben diesen Eindruck erwecken kann.

Bei diesem polizeilichen Schreiben handelt es sich vielmehr um eine „Einladung“ als um eine „Vorladung“. Sie sind weder dazu verpflichtet, der Aufforderung nachzukommen noch dien Termin abzusagen oder Ihr Fernbleiben zu einem späteren Zeitpunkt zu rechtfertigen. Ein kurzer Anruf erspart Ihnen jedoch unter Umständen, dass die Polizei nochmalig an Sie herantritt. Gerne übernehmen wir diesen Anruf für Sie! Sollten Sie den Termin eigenständig telefonisch absagen, halten Sie den Anruf kurz und achten Sie unbedingt darauf, dass Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen.

Vorladung als Zeuge

Zeugen hingegen müssen zur polizeilichen Vernehmung erscheinen, sofern die Staatsanwaltschaft der Polizei den Auftrag zur Vorladung und Vernehmung erteilt hat. Andernfalls drohen empfindliche Zwangsmaßnahmen.

Werden Sie zunächst als Zeuge geladen und in der späteren Vernehmung als Beschuldigter belehrt, so erlangen Sie ab diesem Moment das Recht zu Schweigen. Gerade in einem solchen Situationswechsel empfehlen wir die sofortige Kontaktierung eines Anwalts. Gerne können Sie uns in einem solchen Fall telefonisch kontaktieren.

Vorladung durch die Staatsanwaltschaft oder Richter

Werden Sie von der Staatsanwaltschaft oder dem Ermittlungsrichter vorgeladen, müssen Sie der Vorladung Folge leisten.

Auch, wenn Sie bereits gegenüber der Polizei gesagt haben, dass Sie Schweigen werden, müssen Sie einer solchen Vorladung nachkommen. Sollten Sie dies nicht tun, können Sie unter Umständen zwangsweise von der Polizei vorgeführt werden. Nicht selten kommt es in solchen Fällen vor, dass die Polizei dem Beschuldigten auf der Arbeitsstätte einen Besuch abstattet und diesen anschließend zur Vernehmung bringt. Ein solches Vorkommnis ist zum einen unangenehm für den Betroffenen. Es kann jedoch auch zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.

Die Anwesenheitspflicht bedeutet keinesfalls, dass Sie sich zu den Vorwürfen äußern müssen!

Vorladung als Beschuldigter – Muss ich aussagen?

Als Beschuldigter haben Sie das Recht zu Schweigen. Dieses Schweigen darf später vor Gericht auch nicht zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden. Sie machen sich also nicht dadurch verdächtig, dass Sie der Vorladung durch die Polizei nicht folgen oder während der Vernehmung schweigen.

Machen Sie keine Aussage bei der Polizei

Grundsätzlich empfehlen wir unseren Mandanten keine Aussage bei der Polizei zu tätigen. Der erste Weg sollte stets zu einem Anwalt für Strafrecht führen, der zunächst Akteneinsicht beantragen und nach Prüfung der Aktenlage das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen wird.

Gerade als Unschuldiger verspürt man den Drang, den Sachverhalt durch eine Aussage bei der Polizei schnell aufzuklären. Dies ist aus anwaltlicher Sicht jedoch häufig nicht empfehlenswert. Die polizeiliche Vernehmung stellt eine außergewöhnliche Stresssituation für jeden Beschuldigten dar. Insbesondere durch Nervosität sowie Aufregung in Verbindung mit dem ausgeübten polizeilichen Druck können unbedachte Antworten bei der Vernehmung zusätzlichen Schaden anrichten. Daneben kommt es regelmäßig vor, dass Aussagen verzerrt oder gar falsch in das Vernehmungsprotokoll aufgenommen werden und somit verfälscht in die Ermittlungsakte gelangen.

Eine unüberlegte Aussage kann weitreichende Folgen haben. Sie kann den Verdacht gegen Sie erhärten und weitere Ermittlungsmaßnahmen (Hausdurchsuchung, erkennungsdienstliche Maßnahmen, etc.) folgen lassen.

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold

Auch wenn viele Beschuldigte das Gefühl haben: Ihr Schweigen darf Ihnen per Gesetz nicht negativ ausgelegt werden. Es macht Sie keinesfalls verdächtiger! Eine Aussage kann – nach Rücksprache mit einem Strafverteidiger – jederzeit schriftlich nachgereicht werden. Lassen Sie sich insbesondere auch nicht zu einem Smalltalk mit den Polizeibeamten verleiten.

Wissenswert ist ebenso, dass es sich bei einer Vernehmung durch die Polizei nicht unbedingt um einen vereinbarten Termin auf der Polizeiwache handeln muss. Auch bei den ersten Befragungen nach einem Verkehrsunfall durch die Polizei kann es sich um eine Vernehmung handeln, sofern die Polizei einen Anfangsverdacht hat und aufgrund konkreter Tatsachen eine Straftat vermutet.

Unabhängig ob schuldig oder unschuldig, zu Beginn eines jeden Ermittlungsverfahrens gilt der Grundsatz: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!

Brauche ich bei einer Vorladung als Beschuldigter einen Anwalt?

Nehmen Sie jeden strafrechtlichen Vorwurf und das damit verbundene Ermittlungsverfahren ernst! Wenn ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet worden ist, dann bedeutet dies, dass bereits ein Anfangsverdacht in Bezug auf eine Straftat gegen Sie vorliegt. Ein Ermittlungsverfahren bringt ebenso erhebliche Risiken mit sich, wie etwa die Durchsuchung der eigenen Räumlichkeiten, die Beschlagnahme von Gegenständen oder die Festnahme und anschließende Untersuchungshaft des Beschuldigten. Das Schlimmste, was Sie beim Vorwurf einer Straftat tun können, ist nichts zu tun oder einfach abzuwarten. Bei vorangeschrittenen Ermittlungen kann der Anfangsverdacht zu einem hinreichenden Tatverdacht und einer Anklage samt öffentlicher Hauptverhandlung führen.

Unser oberstes Ziel ist es, eine kostenintensive und unangenehme öffentliche Hauptverhandlung zu vermeiden. Je früher Sie einen Rechtsanwalt für Strafrecht einschalten, desto höher stehen die Chancen hierfür! Ein Rechtsanwalt kann für Sie den polizeilichen Vernehmungstermin absagen und Akteneinsicht beantragen. Dies ist die Grundlage jeder effektiven Verteidigung! Nach Akteneinsicht wird der Rechtsanwalt mit Ihnen gemeinsam eine individuelle Verteidigungsstrategie erarbeiten und entscheiden, ob Sie weiterhin zu dem Vorwurf schweigen oder sich dazu äußern.

Für den Fall, dass die Beweislage eindeutig ist, kann eine Einlassung von Vorteil sein. Ein Geständnis wirkt sich im Rahmen der Strafzumessung immer positiv aus. Aber: Nur ein Strafverteidiger kann einschätzen, welches Vorgehen für Sie vorteilhaft ist.

Welche Rechte habe ich als Beschuldigter?

Vor jeder Vernehmung müssen Sie über Ihre Rechte als Beschuldigter belehrt werden. Zu diesen Rechten zählen unter anderem:

  • Sie müssen erfahren, was Ihnen genau vorgeworfen wird.
  • Sie dürfen die Aussage verweigern.
  • Sie haben das Recht auf einen Anwalt.
  • Sie können theoretisch – meistens – bei Zeugenvernehmungen anwesend sein.
  • Sie können Beweisanträge stellen.

Sollte Sie durch die Ermittlungsbehörden nicht ordnungsgemäß belehrt worden sein, kann dies ggf. dazu führen, dass Ihre Aussage in einem späteren Prozess nicht verwertet werden darf. Die Ermittlungsbehörden dürfen auch keine verbotenen Vernehmungsmethoden anwenden.

Verboten sind unter anderem:

  • Anwendung von körperlicher Gewalt
  • Ermüdung, etwa durch Schlafentzug
  • Quälerei
  • Verabreichung von Mitteln (z.B. Medikamenten oder Drogen)
  • Hypnose

Werden verbotene Methoden durch die Ermittlungsbehörden angewandt, kann dies ebenfalls dazu führen, dass Ihre Aussage nicht gegen Sie verwendet werden. Dies gilt selbst dann, wenn Sie dem Einsatz dieser Vernehmungsmethode zugestimmt hatten. Eine Einwilligung zu verbotenen Vernehmungsmethoden ist nämlich nicht möglich.

Seit dem 01. Januar 2020 kann die Vernehmung auch auf Video aufgezeichnet werden. In bestimmten Fällen, wie etwa bei einem Mordverdacht, ist diese Aufzeichnung sogar verpflichtend.

Ich wurde bereits vernommen – was tun?

Wenn Sie diese Verhaltenstipps zu spät gelesen haben und bereits eine Aussage bei der Polizei getätigt haben, gilt es umso mehr, dass Sie keine Zeit verlieren und schnellstmöglich Kontakt zu einem Strafverteidiger aufnehmen.

Kontaktieren Sie möglichst frühzeitig einen Anwalt, um das Verfahren lenkend beeinflussen zu können!

Auch in einem solchen Fall werden wir uns selbstverständlich unnachgiebig für Sie einsetzen, um das Verfahren auch an dieser Stelle für Sie positiv zu beeinflussen. Wir prüfen, ob eine ergänzende Einlassung sinnvoll ist und ob das bisherige Ermittlungsverfahren korrekt abgelaufen ist oder ob Verfahrensfehler vorliegen, die möglicherweise dazu führen, dass die von Ihnen getätigte Aussage nicht verwertet werden darf.

Ein solcher Fall liegt etwa vor, wenn Sie vor Ihrer Vernehmung nicht ordnungsgemäß über Ihre Rechte als Beschuldigter belehrt wurden, Sie nicht über nicht über Ihr Recht auf einen Verteidiger belehrt wurden oder die Befragung weiterging, obwohl Sie einen Verteidiger wünschten. Der Verteidiger hat das Recht, während der Befragung anwesend zu sein. Auch dürfen Polizeibeamte während der Vernehmung keine Gewalt androhen oder Sie über Tatsachen täuschen.

Aktive Verteidigung von Beginn an

Eine gute und hartnäckige Strafverteidigung besteht selbstverständlich nicht aus passivem Schweigen, sondern aus aktiver Verteidigung durch einen motivierten und erfahrenen Strafverteidiger.

Bereits im Ermittlungsverfahren verteidigen wir mittels sogenannter Schutzschriften. Dies sind ausführlich begründete Schreiben, in welchen wir gegenüber der Staatsanwaltschaft unsere Rechtsansichten, sowie für Sie entlastende Tatsachen vortragen und Zweifel am Tatverdacht begründen. Zudem prüfen wir Durchsuchungsbeschlüsse, die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussagen und die Möglichkeit der Beantragung entlastender Beweismittel, um Ihnen eine bestmögliche Verteidigung zu gewährleisten.

Das konkrete Vorgehen wird dabei immer gemeinsam mit Ihnen abgestimmt. Bereits im ersten Beratungsgespräch informieren wir Sie über mögliche Verteidigungsstrategien und passen dieses individuell nach dem Verlauf des Ermittlungsverfahrens an.

Fazit

  1.     Mit polizeilicher Vorladung als Beschuldigter besteht ein Anfangsverdacht gegen Sie
  2.     Kontaktieren Sie schnellstmöglich einen Anwalt für Strafrecht.
  3.     Gehen Sie im Zweifel nicht zur polizeilichen Vernehmung.
  4.     Zur Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht müssen Sie jedoch erscheinen.
  5.     Schweigen Sie zum Tatvorwurf bis zur Akteneinsicht durch Ihren Anwalt.
  6.     Ihr Anwalt wird Ihnen erklären, ob und inwieweit Sie sich zur Sache äußern sollten.


    Wenn Sie eine Vorladung von der Polizei mit dem Vorwurf einer Straftat erhalten haben:
    Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie umgehend Rechtsanwalt und Strafverteidiger Pflefka
Haben wir Ihr Interesse geweckt?

 

Verhaltenstipps

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