Wie verhalte ich mich richtig während einer Hausdurchsuchung?

Ihr Anwalt für Strafrecht aus Bamberg steht Ihnen bei einer Durchsuchung vertrauensvoll zur Seite

Gerade im Sexual- sowie Betäubungsmittelstrafrecht besteht die Gefahr, dass Beschuldigte nicht wie üblich durch eine schriftliche Vorladung zur polizeilichen Vernehmung von einem gegen Sie gerichteten Strafverfahren erfahren. Häufig erfahren Beschuldigte erstmals von dem Vorwurf einer solchen Straftat, wenn die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor ihrer Tür steht. Eine derartige Durchsuchung der Wohnung finden meist früh am Morgen statt und stellt in der Regel einen massiven Eingriff in die Privats- sowie Intimsphäre der Betroffenen dar. Durchsuchungsmaßnahmen sorgen häufig für Unruhe, wecken Ängste und das Gefühl, der Staatsgewalt hilflos ausgeliefert zu sein. In einer solchen Situation werden aus Unkenntnis der Rechtslage und Überforderung Fehler begangen. Es gilt also umso mehr Ruhe zu bewahren – Kontaktieren Sie umgehend einen Strafverteidiger! Rechtsanwalt Pflefka steht Ihnen als Anwalt für Strafrecht aus Bamberg bundesweit zur Seite!

Wann findet eine Hausdurchsuchung statt?

Geht die Polizei davon aus, bei Ihnen in der Wohnung oder im Haus Beweismittel vorzufinden, wird sie eine Durchsuchung durchführen. Hierzu beantragt die Polizei über die Staatsanwaltschaft bei Gericht einen Durchsuchungsbeschluss. Für den Fall, dass „Gefahr im Verzug“ vorliegt kann eine Durchsuchung auch ohne vorherigen Beschluss erfolgen.

Um einen Durchsuchungsbeschluss zu erwirken, gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. Je nachdem ob Sie Beschuldigter einer Straftat oder ein sog. Dritter sind, richten sich die Voraussetzungen der Durchsuchung nach § 102 StPO oder § 103 StPO.

In der Regel finden Hausdurchsuchungen am frühen Morgen statt. Dennoch müssen sich Beamte auch an bestimmte Zeiten halten. Im Sommer dürfen Durchsuchungen nicht zwischen 21 Uhr abends und 4 Uhr morgens stattfinden. Im Winter gilt Gleiches für 21 Uhr und 6 Uhr. Die Polizei nutzt im Wege der Durchsuchung gezielt den Überraschungseffekt der Maßnahme aus, da Sie regelmäßig ja keine Durchsuchung erwarten. Das Überraschungsmoment wird dann häufig dafür ausgenutzt, Ihnen gezielte Fragen zu stellen. In diesem Moment sind Sie wahrscheinlich gesprächsbereiter als in einer geplanten Vernehmung. Diesen Effekt macht sich die Polizei ganz gezielt zunutze. 

Bleiben Sie ruhig, höflich und sprechen Sie nicht mit den Polizeibeamten über den Tatvorwurf.
Lassen Sie sich auch insbesondere nicht auf einen Smalltalk ein!

Das richtige Verhalten während einer Durchsuchung

Stehen Ermittlungsbeamte mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Haustür, gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Durchsuchungsmaßnahme kann nahezu nie verhindert werden und muss folglich geduldet werden. Es sollte keinesfalls Widerstand (siehe §§ 113, 114 StGB) geleistet werden und stets darauf geachtet werden, dass durch das eigene Verhalten nicht der Eindruck erweckt wird, man schaffe Beweismittel beiseite. Dies kann gem. § 164 StPO sogar zu einer Festnahme führen.

Man sollte grundsätzlich mit den Beamten kooperieren, indem man sich ausweist. Keinesfalls sollte mit der Polizei gesprochen werden, sei es auch noch so ein kleiner Smalltalk! Polizeibeamte sind auf dem Gebiet der Vernehmungstaktik geschult und werden jede Chance ausnutzen, um an Informationen zu gelangen.

Unsere Verhaltenstipps für Sie:

Schweigen Sie

Machen Sie in jedem Fall von Ihrem Schweigerecht gebrauch und lassen Sie sich nicht auf Smalltalks oder scheinbar belanglose Gespräche mit den Polizeibeamten ein. Alles was Sie gegenüber der Polizei äußern wird sich später in einem Bericht in den Akten wiederfinden. Während einer Hausdurchsuchung gilt somit der Grundsatz „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold!“.

Sachlich bleiben

Bleiben Sie sachlich und leisten Sie keinen Widerstand gegen die Ermittlungsmaßnahme. In der aktuellen Situation heißt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Durchsuchung selbst kann im Augenblick nicht mehr verhindert werden.

Geben Sie keine Passwörter heraus

Die Polizei darf und wird Ihre Computer, Festplatten und sonstige mobile Endgeräte sowie Speichermedien beschlagnahmen. Sie müssen jedoch nicht dadurch mitwirken, in dem Sie die dazugehörigen Passwörter preisgeben. Selbst wenn Ihnen die Polizei Strafmilderung oder andere Vorteile verspricht – Das ist eine Lüge, glauben Sie Ihnen nicht! Bei diesen Versprechungen handelt es sich um verbotene Vernehmungsmethoden der Polizei gem. § 136a StPO!

Kontaktieren Sie einen Strafverteidiger

Bestehen Sie gegenüber der Beamten darauf, einen Strafverteidiger kontaktieren zu dürfen.

Rufen Sie uns am besten noch während der Hausdurchsuchung an, so können wir frühstmöglich tätig werden und offene Fragen mit Ihnen klären. Erlauben es Ort und Zeit, werden wir auch persönlich dazu kommen um mit den Ermittlungsbeamten zu sprechen. Ist dies nicht möglich, können wir Ihnen auch per Telefon zur Seite stehen und mit den Ermittlern per Telefon sprechen.

Widersprechen Sie der Sicherstellung und unterschreiben Sie nichts

Widersprechen Sie der Sicherstellung und Durchsicht aller Gegenstände und lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen.

Auch hier gilt: Lassen Sie sich von der Polizei nicht einreden, Sie würden Ihre Gegenstände schneller zurückerhalten, wenn Sie sich mit der Sicherstellung einverstanden erklären. Dies ist regelmäßig nicht der Fall. Indem Sie der Sicherstellung widersprechen, muss eine gerichtliche Entscheidung eingeholt werden. Es handelt sich dann nicht mehr um eine Sicherstellung der Gegenstände sondern um eine Beschlagnahme.

Verhalten nach einer Hausdurchsuchung

Spätestens jetzt sollten Sie einen Rechtsanwalt für das Strafrecht bzw. einen Strafverteidiger kontaktieren, damit dieser umgehend rechtliche Schritte gegen die Durchsuchung, Sicherstellung bzw. Beschlagnahme prüfen kann. Ein Rechtsanwalt wird ebenso mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt treten, damit diese Ihnen wichtigen Unterlagen oder jedenfalls Kopien hiervon als bald aushändigen wird.

Sollten Sie sich in einer solchen Situation befinden, steht Ihnen Rechtsanwalt Pflefka in Bamberg aber auch in allen anderen Gebieten in Deutschland, als Strafverteidiger zur Seite.

Hausdurchsuchung – Was erhoffen sich die Polizeibeamten zu finden?

Was die Beamten sich erhoffen zu finden unterscheidet sich je nach Tatvorwurf:
Steht der Tatvorwurf des Besitzes oder Verbreitung von Kinderpornografie im Raum, werden sämtlich Computer und Speichermedien als auch Smartphones mitgenommen, um diese anschließend auf entsprechendes Bildmaterial zu durchsuchen. Handelt es sich dagegen um den Vorwurf eines Drogendelikts, wird sich die Polizei auf die Suche nach Betäubungsmittel sowie Drogenutensilien begeben. Steht der Vorwurf des Handeltreibens im Raum werden in der Regel ebenso sämtliche Computer, Smartphones und sonstige Speichermedien mitgenommen und ausgewertet.

Beschuldigter in einem Strafverfahren

Beachten Sie: Sollte es sich nicht um eine Durchsuchung bei Dritten handeln, erhalten Sie spätestens mit der Durchsuchung den Status „Beschuldigter in einem Strafverfahren“. Gegen Sie wird nun ermittelt. Sie sollten sich nun frühstmöglich an einen auf das Strafrecht versierten Rechtsanwalt wenden. Unser oberstes Gebot besteht darin, eine öffentlichkeitswirksame Anklage und Hauptverhandlung zu verhindern – Umso früher die Mandatierung erfolgt, desto höher stehen die Chancen hierfür!

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

 

Verhaltenstipps

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