Richtiges Verhalten bei Festnahme
Ihr Anwalt für Strafrecht aus Bamberg steht Ihnen bundesweit zur Seite

Eine Festnahme durch die Polizei stellt für den Festgenommenen häufig eine extreme psychische Belastung dar. Auch für Angehörige des Betroffenen stellt diese Maßnahme ein einschneidendes Erlebnis da. Im Falle einer Festnahme sollte der Festgenommene auf sein Recht bestehen, umgehend einen Verteidiger zu kontaktieren. Ebenso sollte er unbedingt von seinem Schweigerecht Gebrauch machen. Insbesondere in einem derart frühen Verfahrensstadium kann eine Aussage gegenüber Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft ohne vorherige Absprache mit einem Anwalt erhebliche negative Konsequenzen nach sich ziehen. Rechtsanwalt Pflefka steht Ihnen als Anwalt für Strafrecht aus Bamberg bundesweit zur Seite!

Es gilt der Grundsatz: Reden ist Silber – Schweigen ist Gold!

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich festgenommen wurde?

Für den Festgenommenen gilt es trotz der Ausnahmesituation Ruhe zu bewahren. Sollte sich der Betroffene gegen die durchgeführte polizeiliche Maßnahme wehren, drohen möglicherweise noch Anzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (§ 113 StGB), Tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB), Beleidigung (§ 185 StGB) oder Körperverletzung (§ 223 StGB).

Daneben ist dem Verhafteten zu raten von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Machen Sie gegen über der Polizei keine Angaben zur Sache. Lassen Sie sich insbesondere nicht zu einem Smalltalk hinreißen und geben Sie nichts auf Aussagen der Polizei, dass eine Aussage hilfreich für Sie wäre und der „raschen Aufklärung des Sachverhalts“ dienen würde. Die Polizeibeamten haben selbst keinen Einfluss darauf, ob bzw. wann Sie freigelassen werden. Dies entscheidet alleine der Ermittlungsrichter. Daneben hat die Polizei auch keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens. Dieser hängt von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft und der des Gerichts ab. Alles, was Sie sagen, kann und wird im späteren Verlauf des Strafverfahrens gegen Sie verwendet werden. Eine unüberlegte Aussage lässt sich selbst durch einen versierten Strafverteidiger nur selten korrigieren.

Welche Angaben muss ich gegenüber der Polizei machen?

Während sich der Festgenommene bei den Angaben zur Sache auf sein Schweigerecht berufen kann, ist er verpflichtet, gegenüber der Strafverfolgungsbehörden Angaben zu seiner Person zu machen. Hierzu gehören die Auskunft über Name, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Familienstand sowie Beruf.

Wieso wurde ich festgenommen?

Die Polizei kann eine Person entweder vorläufig oder aufgrund eines Haftbefehls festnehmen.

Die vorläufige Festnahme

Eine vorläufige Festnahme nach § 127 StPO kommt in Betracht, wenn eine Person während einer Straftat oder unmittelbar danach gestellt wird und Fluchtgefahr besteht oder die Identität des Täters ungeklärt ist. Das Recht zur vorläufigen Festnahme im Sinne des § 127 StPO kommt übrigens auch Privatpersonen zu.

Der Haftbefehl

In anderen Fällen der Festnahme wurde zuvor ein Haftbefehl erlassen. Der Betroffene wird daraufhin aufgrund des Haftbefehls von der Polizei ausfindig gemacht und festgenommen. Ein Haftbefehl wird gründsätzlich zur Durchsetzung der zuvor angeordneten Untersuchungshaft nach §§ 112 ff. StPO oder zum Haftantritt nach § 457 StPO ausgeführt. Daneben kann gem. § 230 Abs. 2 StPO gegen den Angeklagten ein Haftbefehl erlassen werden, wenn dieser der Hauptverhandlung unentschuldigt fern bleibt, soweit dies zur Durchführung der Hauptverhandlung geboten ist.

Der Haftbefehl wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Ermittlungsrichter erlassen, wenn der Betroffene einer Straftat dringend verdächtig ist und ein Haftgrund im Sinne der §§ 112 ff. StPO vorliegt. Als Haftgründe kommen die Flucht, Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr, sowie die Schwere der Tat als auch die Wiederholungsgefahr in Betracht. Liegen der dringende Tatverdacht sowie ein Haftgrund vor und ist die Untersuchungshaft in Anbetracht zur begangenen Straftat und zu der erwartenden Strafe verhältnismäßig, wird ein Haftbefehl erlassen.

Haben Sie den Verdacht, dass gegen Sie ein Haftbefehl erlassen wurde? Vereinbaren Sie noch heute einen Termin in unserer Kanzlei – Wir helfen Ihnen!

Wie lange darf ich vorläufig festgenommen werden?

Werden Sie vorläufig festgenommen, müssen Sie innerhalb von 48 Stunden auf freien Fuß gesetzt oder dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Der Ermittlungsrichter entscheidet beim Vorführtermin, ob es zur Freilassung oder Untersuchungshaft kommt. Erfolgt die Freilassung, bedeutet dies jedoch nicht, dass das Verfahren gegen Sie beendet ist. Das Ermittlungsverfahren gegen Sie wird weiter fortgesetzt, lediglich der Vollzug der Untersuchungshaft ist beendet oder wird ausgesetzt.

Schadensersatz nach rechtswidriger Untersuchungshaft

Werden Sie in der Hauptverhandlung freigesprochen oder wird die Hauptverfahrenseröffnung durch den Richter im Zwischenverfahren abgelehnt, haben Sie einen Anspruch auf eine Entschädigung für alle Schäden, die Ihnen aufgrund der Haft oder den Maßnahmen der Strafverfolgung entstanden sind. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich auch persönlich in unserer Kanzlei.

Die höhe des Schadenersatzes richtet sich dabei nach dem Strafrechtentschädigungsgesetz (StrEG). Bei einer Einstellung des Strafverfahrens müssen Sie binnen eines Monats nach Einstellung einen Antrag auf Anspruchsfeststellung stellen. Bei Beendigung des Verfahrens erfolgt eine Prüfung des Entschädigungsanspruchs von Amts wegen.

Checkliste: Richtiges Verhalten bei Festnahme

      • Bewahren Sie Ruhe und leisten Sie keinen Widerstand
      • Schweigen Sie zu den Vorwürfen
      • Kontaktieren Sie Ihren Verteidiger
      • Lassen Sie sich auch außerhalb von Vernehmungen nicht zum Smalltalk hinreißen
      • Unterschreiben Sie nichts, denn dies könnte der Schriftprobengewinnung dienen
      • Widersprechen Sie erkennungsdienstlichen Maßnahmen und lassen Sie den Widerspruch protokollieren lassen
Haben wir Ihr Interesse geweckt?

 

Verhaltenstipps

Kontakt

KANZLEI || PFLEFKA
Pfisterstraße 2
96050 Bamberg

0951 – 917 99 200
info@kanzlei-pflefka.de

Wir sind für Sie da!

Kontaktformular

Datenschutz

14 + 4 =

5/5 - (77 votes)