Einspruch gegen Strafbefehl: Was ist zu beachten?
Rechtsanwalt für Strafrecht aus Bamberg steht Ihnen bundesweit zur Seite

Beim Strafbefehlsverfahren handelt es sich um ein rein schriftliches Verfahren, bei dem auf eine mündliche Verhandlung verzichtet wird und stattdessen auf Antrag der Staatsanwaltschaft gem. § 407 Abs. 1 S. 1 StPO ein Strafbefehl erlassen wird, in welchem die Rechtsfolgen der Tat festgesetzt werden. Dass ein rechtskräftig gewordener Strafbefehl einer Verurteilung gleichsteht, ist vielen Betroffenen dabei nicht bewusst. In welchen Fällen sich ein Einspruch gegen den Strafbefehl lohnt und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier. Da das Strafbefehlsverfahren detailreich und anspruchsvoll ist, sollten Sie sich von Beginn an an einen Anwalt wenden, der Ihnen zur Seite steht. Rechtsanwalt Pflefka steht Ihnen als Rechtsanwalt für Strafrecht aus Bamberg in einem solchen Fall bundesweit zur Seite. 

Was steht in einem Strafbefehl?

Was genau in einem Strafbefehl stehen muss und welche Strafen festgesetzt werden dürfen, ergibt sich aus den §§ 407 ff. StPO:

Zunächst enthält der Strafbefehl nach § 409 Abs. 1 StPO Angabe zur Person des Angeklagten. Sofern dieser bereits einen Verteidiger hat, wird dieser ebenso aufgeführt. Weiter muss der Strafbefehl die Tat enthalten, die dem Angeklagten zur Last gelegt wird sowie Zeit und Ort ihrer Begehung und die Bezeichnung der gesetzlichen Merkmale der Tat. Daneben sind die angewendeten Vorschriften und Paragraphen aufzuführen sowie die Beweismittel und schließlich die Festsetzung der Rechtsfolgen. Abschließend muss der Strafbefehl eine Belehrung über die Möglichkeit des Einspruchs enthalten.

Welche Rechtsfolgen dürfen in einem Strafbefehl festgesetzt werden?

Nach § 407 Abs. 2 StPO dürfen folgende Rechtsfolgen festgesetzt werden:

Geldstrafe, Verwarnung mit Strafvorbehalt, Fahrverbot, Einziehung, Vernichtung, Unbrauchbarmachung, Bekanntgabe der Verurteilung und Geldbuße gegen eine juristische Person oder Personenvereinigung, Entziehung der Fahrerlaubnis, bei der die Sperre nicht mehr als zwei Jahre beträgt, Verbot des Haltens oder Betreuens von sowie des Handels oder des sonstigen berufsmäßigen Umgangs mit Tieren jeder oder einer bestimmten Art für die Dauer von einem Jahr bis zu drei Jahren sowie das Absehen von Strafe

Hat der Angeschuldigte einen Verteidiger, so kann auch eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr festgesetzt werden, wenn deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Wann lohnt sich ein Einspruch gegen den Strafbefehl?

Ein  Einspruch gegen den Strafbefehl lohnt sich grundsätzlich immer dann, wenn der Strafbefehl fehlerhaft ist. Das kommt in der Praxis relativ häufig vor, da das Strafbefehlsverfahren – wie bereits oben ausgeführt – ein verkürztes Strafverfahren ist, in welchem rein nach Aktenlage und ohne Beweisaufnahme entschieden wird. Das Strafbefehlsverfahren dient vor allem der Entlastung der Gerichte sowie Staatsanwaltschaften. Oft bleibt der Beschuldigte hierbei jedoch auf der Strecke, da er unter anderem keine Gelegenheit erhält, die für ihn sprechenden und entlastenden Tatsachen vorzutragen. Dies kann mit einem Einspruch nachgeholt werden.

Häufig werden auch die Einkommensverhältnisse des Beschuldigten falsch geschätzt. Die führt dazu, dass die Tagessatzhöhe und damit die festgesetzte Geldstrafe zu hoch ausfällt. Dagegen lohnt es sich mit einem auf die Rechtsfolgen beschränkten Einspruch vorzugehen. Gerne erläutern wir Ihnen die entsprechenden Möglichkeiten in einem persönlichen Mandantengespräch.

Daneben kann es sich auch lohnen mittels Einspruch gegen die festgesetzte Anzahl an Tagessätzen vorzugehen, um etwa einen Eintrag im Führungszeugnis zu vermeiden. Ein rechtskräftig gewordener Strafbefehl steht einem Urteil gleich und kann etwa zu einer Eintragung im Führungszeugnis und einer Vorstrafe führen. Manchmal lässt sich im Wege des Einspruchs sogar noch die Einstellung des Strafverfahrens erreichen.

Hat das Gericht unverhältnismäßig hohe Sanktionen festgesetzt, kann durch einen Einspruch ebenso die Strafe reduziert werden. Wurde Ihnen etwa die Fahrerlaubnis entzogen und können Sie deshalb Ihren Beruf nicht weiter ausüben, bestehen gute Argumente für eine Reduzierung bzw. Umwandlung des Strafbefehls.

Natürlich ist ein Einspruch auch dann sinnvoll, wenn Sie zweifelsfrei ausschließen können, dass das Gericht Ihre Schuld in einer durchzuführenden Hauptverhandlung nachweisen kann. Ob ein Einspruch in Ihrem Fall sinnvoll und vor allem erfolgversprechend ist, kann nur nach erfolgter Akteneinsicht zuverlässig gesagt werden.

Lassen Sie die Erfolgsaussichen eines Einspruchs von uns unverbindlich prüfen!

Wie lege ich einen Einspruch gegen einen Strafbefehl ein?

Haben Sie einen Strafbefehl erhalten, sollten Sie umgehend einen Anwalt für Strafrecht kontaktieren. Da der Einspruch innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls eingelegt werden muss, sollten Sie keine Zeit verlieren und unmittelbar nach Erhalt einen Strafverteidiger aufsuchen.

Die Frist beginnt mit Zustellung des Strafbefehls, also an dem Tag an dem der Strafbefehl in Ihrem Briefkasten eingeworfen wurde. Dieses Einwurfdatum notiert der Postzusteller ebenso auf dem gelben Briefumschlag. Ein auf das Strafrecht versierter Anwalt wird die Erfolgsaussichten des Einspruchs für Sie prüfen und Ihnen alle zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten darlegen.

Wie lege ich einen Einspruch gegen einen Strafbefehl ein?

Der Einspruch gegen einen Strafbefehl ist aber nicht risikolos und sollte deshalb nicht ins Blaue hinein eingelegt werden. Denn nach dem Einspruch kommt es zu einer Hauptverhandlung, die meist mit einem Urteil endet. Dieses kann für den Angeklaten im Vergleich zu den festgesetzten Rechtsfolgen des Strafbefehls günstiger ausfallen. Es kann jedoch aber auch schlechter ausfallen. Der Richter ist nicht an die festgesetzte Strafe aus dem Strafbefehl gebunden. Er kann vielmehr abweichend vom Strafbefehl den Angeklagten auch zu einer höheren Strafe verurteilen. Aus diesem Grund sollten Sie einen Einspruch niemals selbst einlegen. Überlassen Sie dies einem auf das Strafrecht versierten Rechtsanwalt. Dieser prüft zuvor die Erfolgsaussichten des Einspruchs und begründet diesen entsprechend.

Die Möglichkeit der Rücknahme des Einspruchs

Aufgrund der kurzen Einspruchsfrist ist es wichtig, dass Sie umgehend handeln wenn Ihnen ein Strafbefehl zugestellt wird. Kontaktieren Sie zeitnah einen Anwalt für Strafrecht. Nachdem dieser für Sie Einspruch eingelegt hat, kann er in Ruhe Einsicht in die Akten nehmen und die Erfolgsaussichten des Einspruchs prüfen. Bis zur Gerichtsverhandlung kann der Einspruch jederzeit wieder zurückgenommen werden. Hat die Hauptverhandlung begonnen, ist die Einspruchsrücknahme nur noch mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft möglich.

Was passiert, wenn Sie keinen Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen?

Legen Sie keinen Einspruch gegen den Strafbefehl ein, wirkt der Strafbefehl wie ein gewöhnliches Strafurteil. Die mittels Strafbefehl verhängte Strafe wird vollstreckt, d.h. Sie müssen die verhängte Geldstrafe bezahlen. Ebenso wird diese Strafe im Bundeszentralregister eingetragen und Sie müssen die weiteren Nachteile der Verurteilung in Kauf nehmen.

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