Die Berufung in Strafsachen

Die Berufung in Strafsachen ist gemäß § 312 StPO gegen alle amtsgerichtlichen Urteile zulässig. Dies bedeutet, dass ein vom Amtsgericht verurteilter Angeklagter dieses Urteil mit der Berufung anfechten kann, was zur Folge hat, dass der Prozess erneut durchgeführt wird. Im Gegensatz zur Revision handelt es sich bei der Berufungsverhandlung nämlich um eine zweite Tatsacheninstanz, in der das Berufungsgericht das Strafverfahren völlig neu aufrollt. Das Berufungsgericht hört dabei alle Zeugen noch einmal und würdigt alle Beweise erneut. Dabei ist es nicht an das Urteil des Amtsgericht gebunden und kann sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht anders entscheiden.

Die Frist zur Einlegung der Berufung

Die Frist zur Einlegung der Berufung beträgt 1 Woche nach Verkündung des Urteils. Sollten Sie gegen ein Urteil in Berufung gehen wollen, sollten Sie keine Zeit verlieren und umgehend einen Strafverteidiger kontaktieren. Wird diese Frist nicht beachtet, wird das Urteil rechtskräftig und kann nicht mehr durch das Rechtsmittel der Berufung angegriffen werden. Eine einmal eingelegte Berufung kann auch wieder zurückgenommen werden.

Um Berufung einzulegen, haben Sie eine Woche Zeit ab Urteilsverkündung!

Welche Chancen und Risiken birgt eine Berufungsverhandlung?

Im Berufungsverfahren gilt grundsätzlich das sogenannte Verböserungsverbot. Dies bedeutet, dass eine Verschärfung der ursprünglich ausgeurteilten Strafe unzulässig ist, wenn lediglich der Angeklagte Berufung eingelegt hat. Hat hingegen auch die Staatsanwaltschaf zu Ungunsten des Angeklagten Berufung eingelegt, gilt dieses Verbot nicht mehr. Das Urteil kann somit im Strafmaß auch höher ausfallen. In solchen Fällen regt das Berufungsgericht regelmäßig eine beidseitige Rücknahme der Berufung an.

Die Sprungrevision

Als Alternative zur Berufung kann gegen ein amtsgerichtliches Urteil ebenso Revision – auch Sprungrevision genannt – eingelegt werden. Mit ihr wird die zweite Instanz übersprungen. Der Rechtsstreit wird sodann vom Revisionsgericht überprüft. Durch dieses Vorgehen schneidet man sich auf den ersten Blick eine zweite Tatsacheninstanz vor dem Berufungsgericht ab. Wird der Rechtsstreit vom Revisionsgericht allerdings an das erstinstanzliche Gericht zurückverwiesen, gewinnt man eine neue untere Instanz dazu. Bei Zurückverweisung findet also eine erneute Verhandlung vor dem Amtsgericht statt. Im Falle erneuter Verurteilung kann gegen dieses Urteil anschließend Berufung eingelegt werden. Ob eine Berufung oder Sprungrevision in Ihrem Fall sinnvoll ist, ist einzellfallabhängig und muss durch einen Anwalt für Strafrecht gründlich geprüft werden.

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